KFT Goes to Hollywood

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, sagt man. Wie viel mehr können dann laufende Bilder sagen. Doch wie lässt sich das komplexe Thema „Regulatory Chemical Compliance“ filmisch umsetzen? Und wie lässt sich daraus ein aussagekräftiger Plot machen?

Regulatory Chemical Compliance appelliert an unsere Sehnsucht nach Sicherheit und Geborgenheit und hat damit auch mit Vertrauen zu tun. Kunden und Verbraucher wünschen sich Vertrauenswürdigkeit und Transparenz. Sie wünschen sich, dass auch drin ist, was auf der Verpackung drauf steht. Ebenso wünschen Sie sich, dass außen drauf steht, was drin enthalten ist – und zwar lückenlos. Wer das beherzigt, hat die Fans auf seiner Seite. Kurzum: Wer als Marke sympathisch und seriös wirken will, sollte zumindest einhalten, was die Gesetze fordern.

Nun aber genug der Worte. Lasst die Bilder sprechen:

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US FDA verbannt 19 Schadstoffe aus Seifen

Die US-amerikanische Food and Drug Association (FDA) verbietet Herstellern den Verkauf von Seife, die bestimmte antibakterielle Wirkstoffe enthalten, an Verbraucher. Betroffen sind 19 Substanzen. Die Hersteller in den USA haben nun ein Jahr Zeit, die Produkte vom Markt zu nehmen und die verbotenen Wirkstoffe zu ersetzen. Der Herstellerverband, The American Cleaning Institute, reagierte verhalten; die Verantwortlichen möchten den Nutzen von Triclosan innerhalb eines Jahres beweisen. In Händedesinfektionsmitteln wie sie etwa in Krankenhäusern oder Arztpraxen benutzt werden, darf die Substanz dagegen weiterhin verwendet werden.

Nach Angaben der FDA enthalten die meisten festen und flüssigen Seifen in den USA mindestens einen der verbotenen Stoffe. Weitaus am häufigsten sind die Stoffe Triclosan und Triclocarban. Die Hersteller hätten laut FDA bislang nicht die geforderten Nachweise erbracht, nämlich zum einen den Nachweis, dass die Substanzen gesundheitlich unbedenklich sind und zum zweiten, dass sie besser wirken als herkömmliche Seifen. Indes haben koreanische Forscher die Seifenwirkung mit und ohne Triclosan untersucht und keinen Unterschied festgestellt; ihre Ergebnisse haben sie im Journal of Antimicrobial Chemotherapy veröffentlicht.

Die FDA-Verantwortlichen schreiben in ihrer Pressemitteilung ferner, dass die betroffenen Substanzen eher schaden als nutzen. Triclosan hat beispielsweise in Tierversuchen die Muskelfunktion beeinträchtigt und steht zudem in Verdacht, hormonartig zu wirken. Durch die breite Verwendung seit mehr als 30 Jahren – unter anderem als Bestandteil von Desinfektionsmitteln, in Zahncremes, Seifen und zur Behandlung von Matratzenbezügen, Sport- und Funktionstextilien, Schuhen und Teppichen – ist es in der Umwelt mittlerweile weit verbreitet. Nach Angaben des US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention kommt die Substanz im Urin von drei von vier Männern vor und sogar im Nabelschnurblut von Schwangeren.

Bereits im Jahr 2006 hatte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gefordert, Triclosan nur in Krankenhäusern und Arztpraxen zu verwenden, da ansonsten die Resistenzentwicklung von Bakterien gefördert wird.

In der EU darf Triclosan laut Biozidverordnung seit Ende Januar dieses Jahres nicht mehr in Hygieneprodukten verwendet werden.

Sollten Sie Fragen bezüglich Triclosan und der Folgen des FDA-Beschlusses haben, melden Sie sich gerne unter biocides@kft.de.

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Streit um Unternehmensgröße: EU-Gericht fällt Urteile

Der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) hat in einem Streit zwischen der ECHA und drei italienischen Chemieunternehmen unterschiedlich geurteilt. In einem Fall hat es den beiden klagenden Unternehmen (K Chimica und Crosfield) Recht gegeben, in einem Fall (Marchi Industriale) deren Klage abgeschmettert.

 Hintergrund des Rechtsstreits war die Entscheidung der ECHA, die Unternehmen als groß einzustufen und eine entsprechend höhere Registrierungsgebühr zu verlangen. Dagegen haben sich die Unternehmen mit einer Klage gewehrt.

 Alle drei Unternehmen hatten bereits im Jahr 2010 zahlreiche Substanzen registrieren lassen und sich dabei als kleine und mittlere Unternehmen eingestuft. Die ECHA hatte daraufhin weitere Informationen angefordert und auf Basis dieser Angaben die Unternehmensgröße nach oben korrigiert.

 Aufgrund fehlerhafter Angaben bezüglich der Unternehmensgröße kam und kommt es immer wieder zu juristischen Konflikten. Einen guten Überblick zum Thema bietet unser Blog Zankapfel Unternehmensgröße – ECHA bietet Orientierung.

 Bei Fragen hinsichtlich der Registrierung im Rahmen von REACH können Sie sich jederzeit gerne an uns wenden unter reach@kft.de.

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Was Sie über die CLP-Verordnung wissen sollten

Der Verband der Chemischen Industrie hat im August eine Broschüre herausgebracht, die aktualisiert und in leicht verständlicher Sprache alle wichtigen Informationen rund um die CLP-Verordnung (CLP-VO: Regulation on Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures) enthält. Unter anderem geht es um die Übernahme des globalen Harmonisierungssystems (Globally Harmonized System, GHS) in die EU-CLP-VO, die Bedeutung des Anhangs VI (Stoffliste), das Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis nach Artikel 40 bzw. 41 der CLP-VO sowie die Meldung an die Giftinformationszentren nach Art. 45 der CLP-VO. Des Weiteren beschreiben die Autoren, wie sich neue Einstufungen und Kennzeichnungen auf nachgeschaltete Regelungen auswirken und sie gehen auf die Unterschiede zwischen europäischem und internationalem GHS ein. Nützlich sind auch die vielen Links zu weiterführenden Informationen.

In diesem Zusammenhang möchten wir auf unseren KFT Kundentag am 15. November mit dem Schwerpunkt „GHS harmonisiert, aber doch immer anders“ hinweisen sowie auf die Seminare „Etikettierung von Gefahrstoffen/-gütern nach Chemikalien- und Transportrecht”
am 13. Oktober, „Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen und Gemischen gemäß CLP-Verordnung” am 9. und 10. November und das Seminar „Artikel 45 Meldungen in der EU” am 17. November.

Sollten Sie über die Broschüre hinaus Anfragen haben, richten Sie diese bitte gerne an clp-info@kft.de.

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Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor belasteten Fischkonserven

In Öl eingelegt Fischkonserven enthalten zum Teil vergleichsweise hohe Gehalte an Cyclo-DiBADGE (CdB), ein unerwünschtes Reaktionsprodukt, das bei der Polymerisierung von BADGE (2,2-Bis(4-hydroxyphenyl)propanbis-(2,3-epoxypropyl)ether, CAS-Nr. 1675-54-3) mit Bisphenol A (BPA) sowie von BPA mit Epichlorhydrin entsteht. Das geht aus einer Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) hervor. Mit den resultierenden Epoxidharzen werden beispielsweise Konservendosen und Tuben beschichtet; das Harz soll den direkten Kontakt von Füllgut mit dem Dosenmetall verhindern.

Schon seit längerem ist bekannt, dass CdB aus dem Epoxidharz in Lebensmittel übertreten kann. Bereits im Jahr 2010 berichtete die BfR-Kommission von Fischkonservenproben mit Gehalten von bis zu 2 mg cyclo-DiBADGE/kg Lebensmittel. Da es bis heute keine experimentellen Daten zur Genotoxizität und zur subchronischen Toxizität gibt, empfiehlt das BfR, diese zeitnah zu ermitteln und die Risikobewertung auf ein solides Fundament zu stellen. Gleichzeitig rät die Behörde von einem „überdurchschnittlich hohen Verzehr“ solcher Konserven ab.

Sorgen Sie für die Sicherheit Ihrer Produkte, indem Sie gesundheitlich bedenkliche Stoffe aus Lebensmitteln fernhalten. Kontaktieren Sie uns gerne in allen Fragen rund um die Regulatory Chemical Compliance unter reach@kft.de.

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Südkorea wird in Kürze Biozid-Verordnung erlassen

Das südkoreanische Umweltministerium (Ministry of Environment, MoE) möchte die Planung der Biozid-Verordnung beschleunigt vorantreiben. Anlass ist der Skandal um ein Desinfektionsmittel für Luftbefeuchter von Reckitt Benckiser, dessen Wirkstoff Polyhexamethylenguanidinhydrochlorid (PHMG) vor einigen Jahren für mehr als 100 Todesfälle und zahlreiche Lungenverletzungen verantwortlich war. Der Fall ist wieder hochgekocht, nachdem sich das Unternehmen erst im Mai offiziell für den Vorfall entschuldigt hatte.

Das geplante Gesetz wird Elemente der europäischen Biozid-Verordnung Nr. 528/2012 enthalten, etwa eine Liste mit zugelassenen Wirkstoffen und Vorgaben, welche Regeln beim Behandeln von Artikeln zu beachten sind.

Laut MoE existiert bereits eine Liste mit 15 Produkten, darunter Lufterfrischer und Deodorants. Derzeit werden Hersteller und Importeure gebeten, Daten über diese Produkte zu liefern, und zwar über sämtliche Inhaltsstoffe, deren Verwendungszweck sowie über mögliche Risiken und Gefahren. Sie sollen außerdem eine Erklärung unterzeichnen, dass sie einverstanden sind, die erhobenen Daten zu veröffentlichen.

Im nächsten Schritt, geplant für 2017, sollen Daten über biozidhaltige Industrieprodukte, Elektrogeräte und Verpackungsmaterialien gesammelt und für eine gesetzliche Regelung vorbereitet werden.

Wir betreuen und beraten Firmen, die Handelsbeziehungen in Asien unterhalten. Wenden Sie sich bei Fragen gerne an uns unter biocides@kft.de.

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Registrierungsdossiers: ECHA fordert regelmäßige Aktualisierung

In ihrem jüngsten ECHA-Bericht bemängeln die Autoren die schlechte Qualität der Registrierungsdossiers. Nur eines von drei Dokumenten sei auf dem neuesten Stand hinsichtlich Anwendung und Exposition bestimmter Stoffe. Und eine Aktualisierung erfolge meist nur auf Druck der Behörden.

ECHAs stellvertretender Geschäftsführer Jukka Malm plädierte im Gespräch mit dem Online-Portal ChemicalWatch für eine Lösung, die den Unternehmen keine neuen Lasten aufbürdet, sondern eine, die bestehende Gesetze präzisiert.

Tatsächlich ist laut REACH-Verordnung Artikel 22 der Registrant dazu verpflichtet, das Dossier eigenverantwortlich und unverzüglich („without undue delay“) zu aktualisieren, wenn neue Informationen vorliegen und das revidierte Dossier der Agentur zu übermitteln. Besser wäre es hier, anstatt der eher vagen Formulierung eine konkrete Frist zu setzen.

Allerdings appelliert die ECHA auch an die Eigenverantwortung der Unternehmen. Laut Malm sollten sie die Aktualisierungspflicht als Chance und nicht als Bürde sehen. Es habe bereits Fälle gegeben, bei denen ein Stoff in das Verzeichnis der zulassungspflichtigen Stoffe (Anhang XIV der REACH-Verordnung) aufgenommen werden sollte, die ECHA letztlich jedoch davon absah, weil aktuelle Daten inzwischen auf eine eingeschränkte Anwendung hinwiesen.

Benötigen Sie Unterstützung bei der Registrierung eines Stoffes? Kontaktieren Sie uns gerne unter reach@kft.de.

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US-Discounter Walmart verbannt Schadstoffe aus seinen Produkten

Walmart hat eine Liste mit chemischen Stoffen hoher Priorität (high priority chemicals, HPCs) zusammengestellt, die der Discounter aus seinen Produkten verbannen will. Es handelt sich um die Substanzen Toluol, Dibutylphthalat (DBP), Diethylphthalat (DEP), Nonylphenolexthoxylate (NPEs, insgesamt neun CAS-Nummern), Formaldehyd, Butylparaben, Propylparaben und Triclosan; letzteres darf allerdings als Wirkstoff zu therapeutischen Zwecken verwendet werden, wenn es eine FDA-Zulassung hat.

Bei der Stoffauswahl orientierte sich Walmart an behördlichen Gefahrstofflisten, Gebrauchsmengen, an der Belastung der Verbraucher sowie an neuen Verordnungen, die in Kürze bezüglich dieser Stoffe geplant sind.

Walmart startete sein Umweltprogramm bereits vor drei Jahren mit Unterstützung der Umweltorganisation Environmental Defense Fund (EDF). Aus manchen Produkten, darunter Pflegeprodukte, Reinigungs- und Babyartikel, konnte der Discounter den Stoffanteil bereits um 95 Prozent (bezogen auf das Gewicht) reduzieren. „Das sind immerhin 11.500 Tonnen an Chemikalien, die Walmart in weniger als zwei Jahren aus dem Verkehr gezogen hat“, sagt Michelle Mauthe Harvey von EDF. Ziel ist es, die genannten Stoffe ganz aus den Produkten fernzuhalten. Betroffen sind rund 90.000 Produkte von 700 Lieferanten.

Gerade Produkte, die mit der Haut in Berührung kommen, sollten sicher sein. Wer Risikostoffe in seinen Produkten rechtzeitig ersetzt, hat langfristig Wettbewerbsvorteile. Zu Fragen der Regulatory Chemical Compliance stehen wir Ihnen gerne Rede und Antwort unter cosmetic@kft.de.

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