KFT Goes to Hollywood

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, sagt man. Wie viel mehr können dann laufende Bilder sagen. Doch wie lässt sich das komplexe Thema „Regulatory Chemical Compliance“ filmisch umsetzen? Und wie lässt sich daraus ein aussagekräftiger Plot machen?

Regulatory Chemical Compliance appelliert an unsere Sehnsucht nach Sicherheit und Geborgenheit und hat damit auch mit Vertrauen zu tun. Kunden und Verbraucher wünschen sich Vertrauenswürdigkeit und Transparenz. Sie wünschen sich, dass auch drin ist, was auf der Verpackung drauf steht. Ebenso wünschen Sie sich, dass außen drauf steht, was drin enthalten ist – und zwar lückenlos. Wer das beherzigt, hat die Fans auf seiner Seite. Kurzum: Wer als Marke sympathisch und seriös wirken will, sollte zumindest einhalten, was die Gesetze fordern.

Nun aber genug der Worte. Lasst die Bilder sprechen:

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Frei zugänglich: Datenbank mit Plastikinhaltsstoffen

Eine Gruppe von Nichtregierungsorganisationen, darunter The Food Packaging Forum, ChemTrust und ChemSec, haben gemeinsam mit Forschungseinrichtungen in Europa und den USA eine Datenbank mit Inhaltsstoffen, die in Plastik vorkommen, entwickelt und veröffentlicht. Sie enthält mehr als 4.000 Stoffe, die in Kunststoffverpackungen vorkommen. Als Informationsquelle nutzten die Wissenschaftler unter anderem die Datenbank der US EPA, Chemicals and Products Categories database, CPCat, sowie Bücher und Fachberichte über die Verwendung von chemischen Substanzen in Kunststoffen. Der ausführliche Fachartikel darüber erscheint in der Zeitschrift Science of the Total Environment und ist als preprint hier erhältlich. Als ergänzende Informationen stehen dort auch die Stoffdatenbanken zum Herunterladen bereit.

Die Autoren betonen in Ihrem Artikel, wie wichtig die Zusammenarbeit mit der Industrie, mit Behörden und anderen Stakeholdern ist, um Wissenslücken rasch zu schließen. Nur so sei eine fundierte chemische Risikobewertung möglich. Vorrangiges Ziel sei es, schnellstmöglich Ersatzstoffe für die gefährlichsten Stoffe zu finden. Im Fokus stehen vor allem Phthalate, die als Weichmacher vielen Plastikverpackungen zugesetzt werden.

Jane Muncke, Projektleiterin und Geschäftsführerin des in Zürich ansässigen Food Packaging Forums sagte, die Datenbank sei längst noch nicht vollständig. Zum einen, weil es noch keine einheitliche Toxizitätseinstufung der Stoffe gebe; zum anderen, weil die Unternehmen die Daten über die Inhaltsstoffe als vertrauliche Geschäftsinformationen betrachten. Deshalb funktioniere der Informationsfluss entlang der Lieferkette auch nicht, was letztlich auch verhindert, dass Menschen und Umwelt effektiv geschützt werden können.

Stellen Sie die gesundheitliche Unbedenklichkeit Ihrer Produkte sicher. Bei Fragen zur Rechtssicherheit sind wir gerne Ihr Partner. Kontaktieren Sie uns unter reach@kft.de.

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Kalifornien erwägt, Nickel als reproduktionstoxisch einzustufen

Die kalifornische Behörde für Umwelt und Gesundheit (Office of Environmental Health Hazard Assessment, OEHHA) denkt darüber nach, Nickel und Nickelverbindungen als entwicklungs- und reproduktionstoxisch einzustufen und in die Prop65-Liste aufzunehmen (DART Proposition 65 listing).

Die Experten wollen dies auf einem Treffen am 11. Oktober diskutieren und sich dann entscheiden. Stimmen die Verantwortlichen für eine Aufnahme, würde die Verwendung von Nickel eingeschränkt – mit massiven Auswirkungen auf die betroffenen Industrien. Nickel wird in Stahl und anderen Legierungen verwendet, darüber hinaus in Katalysatoren, Batterien und Pigmenten.

Das Nickel-Institut, ein weltweiter Zusammenschluss führender Nickelproduzenten, zeigte sich überrascht vom Vorstoß der Kalifornier. Vor allem angesichts der Tatsache, dass die Bioverfügbarkeit von Nickel viel geringer ist und eine mögliche Nickelbelastung auf die betreffenden Arbeitsplätze beschränkt ist. Deren Sicherheit wiederum ist durch entsprechende Maßnahmen geregelt.

Tatsächlich sind die Gefahren, die von Nickel und seinen Verbindungen ausgehen, schon viele Male von Behörden weltweit geprüft worden, und die negativen Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt sind bekannt. Folgerichtig stehen viele Nickelsubstanzen schon auf der Prop-65-Liste wegen ihrer krebserregenden Wirkung. Lediglich Nickelcarbonyl ist unter DART gelistet. In der EU sind wasserlösliche Nickelverbindungen in der CLP-Verordnung als Stoffe mit krebserzeugenden Eigenschaften der Kategorie 1B eingestuft. Für Nickelmetall und unlösliche Nickelverbindungen gibt es hingegen keine entsprechende Einstufung.

Fakt ist: Bislang hat man sich bei den Untersuchungen auf die Endpunkte Hautsensibilisierung und Kanzerogenität konzentriert. Neuere Untersuchungen stützen sich auf die Ergebnisse zahlreicher neuer epidemiologischer Studien, die in einem 342 Seiten starken Dokument zusammengefasst sind. Zu diesem Dokument kann jeder im Rahmen der öffentlichen Konsultation bis zum 11. September Stellung nehmen.
Achten Sie auf die Sicherheit Ihrer Produkte. Gerne unterstützen wir Sie dabei. Kontaktieren Sie uns unter reach@kft.de.

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Gesetzeslücken im Umgang mit hormonaktiven Stoffen

EU-Mitgliedstaaten und Nichtregierungsorganisationen fordern einheitliche Gesetzesregelungen bei der Identifizierung und beim Umgang mit hormonaktiven Stoffen (EDC). Das geht aus den Kommentaren im Rahmen der Feedbackrunde zur EU-Initiative „Towards a more comprehensive EU framework on endocrine disruptors“ hervor. Die EU schlägt eine Roadmap vor und will mit dieser Initiative eine Bestandsaufnahme zum Thema EDC darstellen und skizzieren, welche Maßnahmen künftig nötig sind.

44 Antworten verschiedenster Fachverbände, Forschungseinrichtungen, Behörden und Organisationen, darunter auch das Umweltbundesamt, waren bis zur Einreichungsfrist am 19. Juli bei der EU eingegangen:

Eine Reihe von Interessenvertretern kritisieren die Roadmap als zu kurz greifend. Das Umweltbundesamt (UBA) beispielsweise schlägt eine ambitioniertere („more ambitious“) EDC-Strategie vor. Dazu seien weiterreichendere Maßnahmen als bisher nötig, um den wissenschaftlichen Kenntnisstand rasch zu erweitern. Dazu schlägt das UBA detaillierte Aktivitäten mit überprüfbaren Zielen sowie klaren Zeitvorgaben vor.

Konkret wird beispielsweise auch das belgische Bundesamt „Federal Service of Health, Food Chain Safety and Environment, FPS“. Deren Vertreter prangern das Silodenken an und fordern sektorübergreifende Gespräche und Gesetzeslösungen. Die Gesetze dürften nicht nur Biozide und Pestizide berücksichtigen, sondern sollten auch Spielzeug, Kosmetika, Lebensmittelkontaktmaterialien und Bauprodukte mit einbeziehen.

Bereits Ende Mai hatte der Dachverband von Umwelt- und Gesundheitsorganisationen (Health and Environment Alliance, HEAL) zu einem Treffen nach Brüssel eingeladen, wo zahlreiche Mitglieder des Europaparlaments, Regierungsvertreter einzelner Länder sowie Wissenschaftler Ihren Stand des Wissens zum Thema EDC präsentierten.

Gerne nehmen wir Ihre Fragen zum Thema EDC unter reach@kft.de entgegen.

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Indien: Registrierungsrichtlinien für Biozide in Farben

Indiens Zulassungsbehörde für Biozide (Central Insecticide Board and Registration Committee, CIB&RC) hat Registrierungsrichtlinien für Biozide in Farben herausgegeben. Die Anforderungen dafür sind weniger umfangreich als die für herkömmliche Biozide. Allerdings ist das Anwendungsfenster der betreffenden Biozide entsprechend klein. Folgende Einschränkungen gelten:

  • Biozide dürfen nur zur Verlängerung der Haltbarkeit von Farben oder als Dünnschicht-Konservierungsmittel eingesetzt werden.
  • Sie dürfen sich nicht für landwirtschaftliche Zwecke eignen.
  • Und es dürfen nur solche Biozide verwendet werden, die weder Insekten abwehren und töten, noch sich zum Beseitigen von Schimmel oder bakteriell bedingten Gerüchen eignen.

Sobald ein technischer Wirkstoff auch als Biozid oder Pflanzenschutzmittel genutzt werden kann, gelten die Anforderungen für Pestizide, sagte Thomas Mueller, Geschäftsführer der indischen Firma Auxilife Scientific Services auf Anfrage der Informationsplattform Chemical Watch. Das Ziel der Richtlinien sei es, den Einsatz der Biozide in der Landwirtschaft zu verhindern.

In der EU wird die Verwendung von Bioziden in Farben in der Biozid-VO, Verordnung (EU) Nr. 528/2012 geregelt. Sie fallen dort unter die Hauptgruppe 2, Produktart 6.

Gerne beantworten wir Ihre Fragen unter biocides@kft.de.

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GHS ist Pflicht für alle OECD-Staaten

Die OECD macht das global harmonisierte System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien der Vereinten Nationen, GHS, zur Pflicht für alle Mitgliedstaaten und solche Länder, die Mitglied werden wollen.

Die Folgen dieser Entscheidung seien gering, sagte Bob Diderichs, Leiter der OECD-Umweltabteilung, in einem Gespräch mit der Informationsplattform ChemicalWatch, da alle OECD-Staaten das System ohnehin implementiert haben. Gleichwohl seien Beitrittsländer nun verpflichtet, die GHS-Vorgaben vor dem Beitritt umzusetzen.

Die Verpflichtung ist Teil eines umfangreicheren Gesetzes, das die Risiken von Chemikalien OECD-übergreifend reduzieren will und das der OECD-Rat Ende Mai beschlossen hat.

Das neue Gesetz löst das alte aus dem Jahr 1991 ab. Das alte Gesetz forderte von den Mitgliedstaaten unter anderem, Chemikalien mit hohem Produktionsvolumen gemeinsam zu untersuchen („cooperatively investigate“) und dabei die umwelt- und gesundheitsgefährdenden Stoffe zu identifizieren. Die einzelnen Länder sollten entsprechende Risiko minimierende Maßnahmen und Programme etablieren.

Mit dem neuen Gesetz möchte die OECD unter anderem harmonisierte und gemeinschaftliche Bewertungsmethoden und eine bessere Informationsverbreitung erreichen.

Derzeit sind 36 Staaten Mitglied in der OECD. Erst im Mai ist Kolumbien als jüngstes Mitglied der Gemeinschaft beigetreten.

Gern sind wir unter sds@kft.de für Sie da, wenn Sie in punkto GHS-Empfehlungen Unterstützung benötigen.

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ECHA gibt Meldefrist für SVHC in Erzeugnissen bekannt

Unternehmen, die Erzeugnisse mit besonders besorgniserregenden Stoffen (SVHC) herstellen, importieren oder verkaufen, müssen dies bis Ende 2020 der ECHA gemeldet haben. Die dafür nötige Datenbank will die ECHA bis Ende 2019 einrichten, hieß es in einer entsprechenden Presseerklärung.

Ziel und Zweck der Datenbank ist es:

  • die Abfallbehandlungs- und Recyclingunternehmen dabei zu unterstützen, Rohstoffe aus Altprodukten möglichst schadstofffrei wiederzugewinnen.
  • den Verbrauchern als Informationsgrundlage zu dienen. Denkbar wäre beispielsweise, die in der Daten-bank gespeicherten Informationen App-Nutzern zur Verfügung zu stellen. Über ein entsprechendes Projekt des Umweltbundesamtes hatten wir im vergangenen Jahr berichtet.
  • die betroffenen Unternehmen dazu zu bringen, die SVHC möglichst rasch durch Alternativstoffe zu er-setzen.

Nach Artikel 7 (2) der REACH-Verordnung sind Unternehmen verpflichtet, der ECHA Erzeugnisse zu melden, wenn diese SVHC in einer Menge von insgesamt mehr als einer Tonne pro Jahr und pro Produzent oder Importeur enthalten – und zwar in einer Konzentration von mehr als 0,1 Massenprozent. Und nach Artikel 33 Absatz 2 sollen sie Verbrauchern innerhalb von 45 Tagen antworten, falls diese Auskünfte über entsprechende Erzeugnisse wünschen. Dies gilt, sofern die Konzentration des kritischen Stoffes im Erzeugnis 0,1 Massenprozent übersteigt.

Im Rahmen des EU-Aktionsplans zur Kreislaufwirtschaft hat der EU-Ministerrat in seinem Treffen am 25. Juni die EU-Kommission und die ECHA dazu aufgefordert, spätestens bis 2030 Maßnahmen zu etablieren, die eine lückenlose Verfolgbarkeit der Schadstoffe entlang der gesamten Lieferkette ermöglichen (s. Punkt 16 des Dokuments).

Erst jüngst hatte das EU-Parlament einer Ergänzung von Artikel 9 der Abfallrahmenrichtlinie zugestimmt. Genau wie die REACH-VO fordert auch der neuformulierte Artikel 9 Hersteller und Importeure dazu auf, der ECHA alle besonders besorgniserregenden Stoffe, die in ihren Artikeln enthalten sind, zu melden (siehe Blogmeldung „EU ergänzt Artikel 9 der Abfallrahmenrichtlinie“).

Mit unserer Unterstützung halten Sie alle gesetzlichen Vorgaben im Umgang mit gesundheitlich bedenklichen Stoffen ein. Wir sind für Sie da unter reach@kft.de.

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Frankreich: Behörde warnt vor Allergenen in Schuhen und Bekleidung

Die französische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Umweltschutz und Arbeitsschutz (Agence nationale de sécurité sanitaire de l’alimentation, de l’environnement et du travail, ANSES) hat 25 Kleidungsstücke und 14 verschiedene Paar Schuhe untersucht. In den Kleidungsstücken fand die Behörde 20 potenzielle Allergene, in den Schuhen sogar 50, darunter Formaldehyd und Schwermetalle. Das teilte die Behörde in einer Pressemitteilung (nur in Französisch) mit.

Die Behörde handelt im Auftrag französischer Ministerien und soll die Toxizität der nachgewiesenen Stoffe ermitteln, auch und gerade im Hinblick auf ihr Allergiepotenzial und mögliche Hautreizungen. Die Ergebnisse sollen einen Antrag von Frankreich und Schweden unterstützen, hautreizende Stoffe in Bekleidung und Schuhen in die REACH-Verordnung aufzunehmen und stärker einzuschränken.

In den Bekleidungsstücken fand die Behörde unter anderem Nonylphenole, Nonylphenylethoxylate und Formaldehyd, in einigen der untersuchten Proben sogar Stoffe wie 1.4-Paraphenylendiamin (PPD), Organozinn-Verbindungen und Azofarbstoffe, die Kontaktdermatitis auslösen können. In jedem fünften Kleidungsstück war PPD zu finden, zum Teil auch Blei und Quecksilber.

ANSES empfiehlt Behörden, die folgenden Punkte zu beachten:

  • Schuhe und Bekleidung, die auf den Markt gebracht werden, zu überprüfen, um Schadstoffe von Verbrauchern fernzuhalten.
  • den gültigen Grenzwert für Chrom VI-Verbindungen in Lederwaren zu verschärfen
  • einen Grenzwert für Nickelverbindungen in Textilien festzulegen
  • eine Empfehlung zu geben, wie bislang nicht erfasste Verbindungen, die nachweislich die Haut reizen, in der CLP-Verordnung eingestuft werden könnten.

Bislang gibt es keine toxikologischen Daten für die Farbstoffe Disperse Orange 37/76 sowie Disperse Yel-low 23. Daher seien, so ANSES, diesbezüglich entsprechende Studien durchzuführen.

Ferner weist ANSES Händler darauf hin, gemeinsam mit den Zulieferern die Anwesenheit von KMR-Stoffen (Krebserzeugende, erbgutverändernde oder fortpflanzungsgefährdende Substanzen) und Hautreizmitteln zu prüfen und zu verhindern. Außerdem sollten sie ein Informationssystem etablieren, das Verbraucher gegebenenfalls vor solchen Stoffen warnt.

Wichtiger Hinweis für Verbraucher: Sie sollten neue Kleidungsstücke vor dem ersten Tragen stets waschen. Nonylphenole, so ANSES, ließen sich auf diese Weise sicher entfernen.

Den aktuellen Jahresbericht (2017) des europäischen Warnsystems RAPEX finden Sie hier. Die EU bringt darüber wöchentliche Berichte heraus.

Erhalten Sie sich die Vermarktungsfähigkeit Ihrer Produkte und richten Sie Ihre Fragen gerne an uns unter reach@kft.de.

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