KFT Goes to Hollywood

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, sagt man. Wie viel mehr können dann laufende Bilder sagen. Doch wie lässt sich das komplexe Thema „Regulatory Chemical Compliance“ filmisch umsetzen? Und wie lässt sich daraus ein aussagekräftiger Plot machen?

Regulatory Chemical Compliance appelliert an unsere Sehnsucht nach Sicherheit und Geborgenheit und hat damit auch mit Vertrauen zu tun. Kunden und Verbraucher wünschen sich Vertrauenswürdigkeit und Transparenz. Sie wünschen sich, dass auch drin ist, was auf der Verpackung drauf steht. Ebenso wünschen Sie sich, dass außen drauf steht, was drin enthalten ist – und zwar lückenlos. Wer das beherzigt, hat die Fans auf seiner Seite. Kurzum: Wer als Marke sympathisch und seriös wirken will, sollte zumindest einhalten, was die Gesetze fordern.

Nun aber genug der Worte. Lasst die Bilder sprechen:

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ECHA will Flammschutzmittel aus Babyartikeln und Polsterwohnmöbeln verbannen

Die ECHA empfiehlt der EU-Kommission, die Verwendung von Flammschutzmitteln in Polyurethanschäumen stark einzuschränken. Speziell die zu den Organophosphaten zählenden Substanzen TCEP, TCPP und TDCP erhöhen laut der Behörde das Risiko an Krebs zu erkranken signifikant. Das geht aus einem Screening-Bericht hervor, den die ECHA auf ihrer Website veröffentlicht hat.

Die Substanzen werden Schäumen zugesetzt, die wiederum der Herstellung von Babymatratzen, Kindersitzen, Tragetüchern und Polstermöbeln dienen. Besonders riskant sei die Verwendung in Babymatratzen, weil die Substanzen durch die große Berührungsfläche und den vergleichsweise langen Kontakt besonders leicht in den Körper eindringen können.

TCEP ist bereits seit längerem verboten, aber in den Produkten nach wie vor als Verunreinigung präsent. Da TCPP und TDCP ähnliche Eigenschaften vorweisen, hat die ECHA diese beiden Substanzen ebenfalls mit untersucht. Da TCPP und TDCP bislang nicht in der Kandidatenliste aufgeführt sind, benötigt die ECHA von der EU-Kommission grünes Licht für die Erstellung eines Beschränkungsdossiers nach REACH Anhang XV.

Der Präsident des Verbands der europäischen Möbelindustrie (European Furniture Industries Confederation, EFIC), Markus Wiesner, kritisierte in einem Gespräch mit der Informationsplattform ChemicalWatch den Beschränkungsvorschlag der ECHA als zu eng. Statt nur Polsterwohnmöbel in den Fokus zu nehmen, müsste die Beschränkung auf Möbel und Textilien aller Art ausgeweitet werden. Die EFIC hat bei der EU bereits vor längerer Zeit eine Klage gegen die besonderen Brandschutzbestimmungen in UK und Irland eingereicht, über die noch nicht abschließend entschieden ist. Die Brandschutzbestimmungen der beiden Länder würden laut Wiesner eine EU-weite Beschränkung verhindern und damit den Verbraucherschutz torpedieren.

EFIC hat gemeinsam mit neun weiteren Verbänden auf europäischer Ebene die Allianz für „Flame Retardant Free Furniture“ (FRFF) gegründet. Die EFIC repräsentiert rund 130.000 vorwiegend klein- und mittelständische Unternehmen in 15 Ländern der EU.

Bitte bedenken Sie: Nur sichere Produkte sind der Garant langfristiger Kundenbeziehungen. Fragen beantworten wir gerne unter reach@kft.de.

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Automobilbranche will „regulatory radar“ einführen

Der Europäische Automobilherstellerverband ACEA will im Sommer ein „Regulatory Radar“, eine Art Überwachungssystem für regulatorische Aktivitäten, einführen. Das berichtet die Informationsplattform ChemicalWatch. ACEA selbst spricht auch von einem Global Regulatory Monitoring System of Substances, GRMS.

Das System soll Informationen über geplante Gesetze und Initiativen im Bereich Chemikalien sammeln, die in der Automobilbranche verwendet werden. Diese Informationen sollen dann Automobilherstellern und deren Zulieferern zur Verfügung gestellt werden. Ein solches System ist für die betroffenen Unternehmen eine wertvolle Entscheidungshilfe, wenn es darum geht, gesundheits- und umweltschädliche Substanzen vom Markt zu nehmen und dafür rechtzeitig Ersatzstoffe zu entwickeln.

Wir haben für Sie immer alle wichtigen regulatorischen Aktivitäten im Blick und unterstützen Sie bei Fragen gerne unter reach@kft.de.

 

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Kosmetika: Diese Substanzen lösen die meisten Allergien aus

Das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt der Niederlande (Rijksinstituut voor Volksgezondheid en Milieu, RIVM) hat den aktuellen RIVM-Report über die Häufigkeit von Allergien in Kosmetika veröffentlicht. Demnach verursachen Isothiazolinone (21 Prozent der Fälle) und Duftstoffe (46 Prozent der Fälle) die meisten Allergien in Kosmetika. Auslöser sind Produkte für die Pflege von Haut und Haaren. Sie führen zu klassischen Symptomen wie Hautrötung, Schuppung, Juckreiz im Gesicht und an den Händen.

Bereits im Jahr 2009 hat das Institut ein Kontrollsystem (Consumer Exposure Skin Effects and Surveillance, CESES) eingerichtet. Dabei handelt es sich um eine Datenbank, in der Fälle allergischer Reaktionen gespeichert sind, die alle in Zusammenhang mit Kosmetika-Anwendungen stehen. Dermatologen melden diese Fälle regelmäßig, sodass sich im Laufe der Jahre ein übersichtliches Bild über die Häufigkeit und Ursachen solcher Allergien ergeben hat. Seit der Aufzeichnung nimmt die Zahl der gemeldeten Fälle kontinuierlich zu. Allein für die Zeit zwischen Oktober 2015 und 2017 sind 90 Fälle dokumentiert.

Im vergangenen Jahr haben die Mitglieder des Ständigen Ausschusses für kosmetische Mittel der EU den Einsatz des Konservierungsmittels Methylisothiazolinon (MIT) weiter beschnitten (s. EU erlässt Vermarktungsverbot für allergene Duftstoffe). Die Autoren gehen daher davon aus, dass die Zahl der gemeldeten Vorkommnisse, die auf Methylisothiazolinon zurückzuführen sind, im laufenden Jahr zurückgeht.

Seit August 2017 sammelt das System CESES auch Hautverletzungen, die in Zusammenhang mit Tattoos stehen.

Sorgen Sie rechtzeitig für die rechtliche Compliance Ihrer Produkte. Bei Fragen sind wir gerne für Sie da unter cosmetic@kft.de.

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Verband der Chemischen Industrie warnt vor hartem Brexit

Am 28. März jährte sich der Brexit-Antrag der britischen Regierung. Das war für Utz Tillmann, dem Hauptgeschäftsführer des VCI, Anlass, vor den Folgen eines harten Brexits für die deutsche Chemie- und Pharmabranche zu warnen. Zwar habe man sich auf eine Übergangsphase geeinigt, aber solange das Abkommen nicht ratifiziert sei, bleibe ein harter Brexit nach wie vor möglich. Der VCI hat dazu eine Pressemeldung (nur in deutsch) veröffentlicht.

Kommt es tatsächlich zu einem solchen Szenario, werden Lieferketten unterbrochen. Gleichzeitig drohen deutschen Firmen jährliche Zollzahlungen in Höhe von rund 200 Millionen Euro. Immerhin zählt Großbritannien zu den wichtigsten Handelspartnern Deutschlands. Im Jahr 2016 verkaufte die Branche Produkte im Wert von knapp 12 Milliarden Euro nach Großbritannien (6,7 Prozent der deutschen Chemieexporte). Im Gegenzug importierten deutsche Unternehmen Erzeugnisse für rund 6,4 Milliarden Euro aus UK (5,2, Prozent der deutschen Chemieimporte). Der VCI hat eine Reihe weiterer aktueller Statistiken zu den Handelsbeziehungen herausgegeben.

In einem Positionspapier (nur in deutsch) fordert der VCI unter anderem:

  • auf Chemie- und Pharmazölle zu verzichten; egal, ob im Rahmen einer Freihandelszone, einer Zollunion oder einem noch zu definierenden Sonderverhältnis.
  • eindeutige Regelungen beispielsweise für TBT (Technical Barriers to Trade), zu sanitären und phytosanitären Maßnahmen (SPS, sanitary and phytosanitary measures), zu nicht-tarifären Handelshemmnissen, zum Schutz von geistigem Eigentum und zur Streitschlichtung.
  • dass Warenkontrollen zwischen der EU und UK so wenig zeitaufwändig wie möglich sein sollten.
  • eine eindeutige Regelung, wie sich EU-Schutzrechte in nationales UK-Recht überführen lassen.
  • die Teilnahme Großbritanniens an einem einheitlichen EU-Patentgerichtssystem.

Generell, so fordert der VCI, sollten die hohen Umweltstandards in der EU-27 und UK harmonisiert erhalten bleiben. In diesem Zusammenhang wäre eine weitere Mitgliedschaft Großbritanniens in der europäischen Chemikalienagentur ECHA erstrebenswert. Tillmann bewertete es als positiv, dass die britische Premierministerin May sich in ihrer Rede vom 2. März für eine weitere Mitgliedschaft offen gezeigt hatte.

Wie sich der Brexit EU-weit auswirkt, darüber informiert die ECHA auf ihrer Website.

Bei Fragen zum Thema sind wir unter reach@kft.de gerne für Sie da.

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REACH 2018: Angebote und Empfehlungen der ECHA

Ab sofort stellt die Chemikalienagentur ECHA allen Unternehmen, die Stoffe registrieren wollen, REACH-IT rund um die Uhr zur Verfügung. Darüber hinaus veranstaltet die ECHA am 19. April ein Webinar (11:00-12:30 Uhr), bei dem Interessenten Fragen stellen können und Informationen zu allen Themen rund um die Registrierung erhalten:

  • Was passiert etwa, wenn Daten von Testergebnissen verspätet eingereicht werden?
  • Was mache ich, wenn Lieferanten nicht registrieren?
  • Wie verhalte ich mich, wenn es im Zuge einer gemeinsamen Datennutzung zu Streitigkeiten kommt?

Das Webinar behandelt auch Fragen in Verbindung mit dem federführenden Registranten und/oder dem Forum zum Austausch von Stoffinformationen (SIEF).

In einem Gespräch mit der Informationsplattform ChemicalWatch weist die ECHA nochmals auf die Wichtigkeit hin, die Registrierungsunterlagen vor Ablauf der Frist am 31. Mai einzureichen – selbst wenn Daten fehlen sollten. Diese könnten jederzeit nachgereicht werden.

Stand Ende März – also zwei Monate vor Ablauf der Registrierungsfrist – sind bei der ECHA insgesamt 18.037 Registrierungsdossiers für 7.452 Substanzen eingegangen; 4.975 davon sind neue Substanzen. 3.236 Unternehmen haben Dossiers eingereicht; 544 davon registrieren im Jahr 2018 erstmals. Aktuelle Statistiken zur Registrierung stellt die ECHA auf ihrer Webseite zur Verfügung.

Rund 160-mal haben Unternehmen bislang eine Fristverlängerung beantragt, weil ihnen noch keine Daten von Testergebnissen vorliegen. Über dieses ECHA-Angebot hatten wir bereits in unserer Blogmeldung „REACH 2018: Fristverlängerung bei fehlenden Daten“ hingewiesen. Wegen der großen Nachfrage möchte die ECHA die Seite der Kontaktgruppe der Direktoren (Directors Contact Group (DCG) aktuell halten.

Gerne helfen wir Ihnen bei Fragen rund um REACH weiter unter reach@kft.de

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Australien: Behörde beklagt Verstöße von Kosmetikfirmen

Die australische Chemikalien-Überwachungsbehörde NICNAS (The National Industrial Chemicals Notification and Assessment Scheme) moniert auf seiner Website, dass zahlreiche Kosmetikfirmen gegen geltendes Recht verstoßen und deshalb mit empfindlichen Strafen rechnen müssen.

Der Hintergrund: Unternehmen, die neue Substanzen – etwa Inhaltsstoffe von Kosmetika – nach Australien einführen wollen, müssen diese laut australischem Chemikaliengesetz (Industrial Chemicals – Notification and Assessment – Act 1989) bei der NICNAS anmelden. Jedoch sind Unternehmen in bestimmten Fällen von dieser Anmeldepflicht befreit. Etwa wenn die Konzentration der betreffenden Stoffe in den Kosmetikprodukten kleiner als ein Gewichtsprozent ist. Die Unternehmen müssen diese Befreiung von der Meldepflicht aber von der NICNAS bewilligen lassen und Auskunft geben über die einzuführende Substanz. So haben die Unternehmen beispielsweise Informationen über die gesundheitliche Unbedenklichkeit der Substanz zu liefern und über weitere Kriterien (z.B. aquatische Toxizität). Und genau diese Informationen liefern die Unternehmen zum Ärger der NICNAS-Verantwortlichen häufig nicht.

Drei Viertel aller Substanzen, bei denen eine Ausnahmeregelung geltend gemacht wird, sind dem Kosmetikbereich zuzuordnen. Laut dem jüngsten NICNAS-Bericht sind im Zeitraum von September 2016 bis August 2017 bei 3.249 Stoffen eine Meldepflichtbefreiung beantragt worden, wobei sich die Unternehmen stets auf die Ein-Gewichtspozent-Regelung beriefen. In welchen Fällen sich Unternehmen sonst noch von der Meldepflicht befreien lassen können, ist in Absatz 21(4) und 21(6) des Chemikaliengesetzes (Industrial Chemicals – Notification and Assessment – Act 1989) festgelegt. Informationen hierzu finden Sie im oben genannten NICNAS-Bericht.

Das Chemikaliengesetz wird derzeit überarbeitet; das Procedere verzögert sich aber bis 2019.

Sind Sie auf dem australischen Markt tätig? Sprechen Sie uns gerne an unter reach@kft.de.

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Japan plant Meldesystem für Gemische

Japan plant Meldesystem für Gemische

Das japanische Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (Ministry of Economy, Trade and Industry, Meti) plant ein Meldesystem für Gemische unbekannter Zusammensetzung (UVCB, Substances of Unknown or Variable composition, Complex reaction products or Biological materials). Damit möchte Japan die Risikobeurteilung und Überwachung solcher Substanzmischungen verbessern. Die Änderungen werden im japanischen Chemikaliengesetz (Chemical Substances Control Law, CSCL) ergänzt. Details zum Meldesystem werden aktuell noch diskutiert; im April nächsten Jahres soll es stehen.

Vorgesehen ist, Formeln und Bestandteile von UVCB zu sammeln, um Gefährdungen besser abschätzen zu können. Ferner sollen mithilfe eines Screeningtests chemische Stoffe (Priority Assessment Chemical Substances, PACs) identifiziert werden, die wegen ihrer gefährlichen Eigenschaften eine höhere Dringlichkeit in der Gefährdungsabschätzung haben. Laut CSCL müssen Hersteller und Importeure solcher PACs Informationen über deren Stoffeigenschaften einreichen und deren Verwendung erläutern. Für PACS, deren Anwendung mit besonderen Risiken behaftet ist, bestehen besondere Vorschriften zu Herstellung und Verwendung.

Zu den UVCB zählen beispielsweise

  • Stoffe mit unterschiedlich langen Kohlenstoffketten
  • Stoffe, die aus Öl oder ölähnlichen Quellen gewonnen werden
  • Extrakte aus biologischen Materialien (z. B. natürliche Duftstoffe, natürliche Öle)
  • komplexe biologische Makromoleküle (z. B. Enzyme, Proteine, Hormone)
  • Konzentrate oder Schmelzen (z. B. Rückstände aus Schmelzverfahren, Schlacken)

Dieses Dokument gibt einen guten Überblick über UVCB.

In Deutschland ist jeder Registrant dafür zuständig, seinen Stoff auf die geeignetste Weise zu identifizieren.

Nähere Informationen finden Sie in den Leitlinien zur Identifizierung und Bezeichnung von Stoffen gemäß REACH und CLP, Kapitel 4.1.

Gerne sind wir bei Fragen für Sie da: reach@kft.de.

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