KFT testet neue Prüfmethode für Stoffgemische

Das European Chemical Industrie Council (CEFIC) und der Verband der Chemischen Industrie (VCI) haben gemeinsam eine Methode entwickelt, mit der sich die Gefährlichkeit von Stoffgemischen im Hinblick auf die Expositionsszenarien schnell und zuverlässig abschätzen lässt. Die Entwickler haben unter anderem KFT Chemieservice damit beauftragt, die LCID-Methode (Lead Component Identification) zu testen und Verbesserungsvorschläge zu machen. „Wir freuen uns, dass wir hier Pionierarbeit leisten dürfen. Mit der Methode vereinfacht sich die Erstellung von Expositionsszenarien für Gemische erheblich“, sagt Dr. Nicolas Heidrich, REACH-Experte und Tester von LCID.

Tatsächlich sieht die REACH-Verordnung für alle registrierungspflichtigen Stoffe, die in einer Menge von 10 Tonnen oder mehr hergestellt werden, Stoffsicherheitsberichte vor. Für gefährliche oder besonders besorgniserregende Stoffe sind darüber hinaus Expositionsszenarien erforderlich. Die Gefährlichkeit dieser Einzelstoffe lässt sich damit gut abschätzen.

Die Beurteilung von Stoffgemischen hingegen ist aufwändig, und entsprechend umfangreich ist die Erarbeitung der Expositionsszenarien. Denn bislang mussten für alle Komponenten Expositionsszenarien vorgehalten werden. Mit der LCID-Methode ist es möglich, die Expositions-Informationen der Einzelstoffe für das Gemisch in entsprechenden Szenarien zu konsolidieren; diese beschreiben die mit den Anwendungen verbundenen Risiken sehr gut. Für die Bewertung entscheidend sind die sogenannten Leitsubstanzen – Risikosubstanzen, die beim Handling besondere Sicherheitsmaßnahmen erfordern, etwa eine ausreichende Lüftung oder das Tragen von Handschuhen.

Für Herrn Dr. Heidrich liegen die Vorteile der neuen Methode auf der Hand: „Zum einen können wir schnell ermitteln, welche Expositionsszenarien wirklich wichtig sind; somit wird die Bewertung zielgerichteter, und sie ist mit weniger Aufwand verbunden. Zum anderen werden auch additive Effekte einzelner Komponenten bestmöglich berücksichtigt.“

Heidrich schätzt, dass die Methode bereits in einigen Wochen zur Verwendung freigegeben werden könnte. Zunächst wird jedoch eine Expertengruppe in den nächsten Wochen im Rahmen eines ENES-Workshops (Exchange Network on Exposure Scenarios) die Ergebnisse der Tests auswerten und gegebenenfalls noch an Details feilen. Dann wird auch verkündet, wann und wo die Methode veröffentlicht wird.

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