Umweltbundesamt nimmt mobile Schadstoffe ins Visier

Persistente, mobile, toxische Substanzen (PMT) sollten nach bestimmten Kriterien identifiziert und entsprechend reguliert werden. Das forderte Michael Neumann aus dem Fachbereich für Chemikaliensicherheit des Umweltbundesamtes (UBA) auf einem zweitägigen Workshop, den das Umweltbundesamt gemeinsam mit dem Norwegian Geotechnical Institute (NGI) ausgerichtet hat.

PMT binden sich nicht ans Erdreich, sondern versickern und gelangen so ins Grund- und damit auch ins Trinkwasser. Daher stufen sie Experten genau wie PBT als besonders besorgniserregend ein.

Die Norweger haben eine Liste mit 240 Stoffen zusammengestellt, die bereits unter REACH registriert sind und die allesamt die bislang vorgeschlagenen Kriterien für PMT und vPvM (very persistent, very mobile) erfüllen. Auch das Umweltbundesamt hat bereits bestimmte mobile Schadstoffe im Visier. In ihrer im April veröffentlichten Neuauflage „Assessment of persistence, mobility and toxicity (PMT) of 167 REACH registered substances“ berichten sie über die Ergebnisse ihrer Untersuchungen. Demnach weisen 134 der 167 untersuchten Substanzen PMT-Eigenschaften auf. Entsprechend empfehlen die Autoren dem Umweltbundesamt diese Substanzen für weitere Untersuchungen und zur wissenschaftlichen und regulatorischen Überprüfung. Allerdings räumen die Autoren das Fehlen experimenteller Daten ein, die für eine sichere Bewertung notwendig wären. Sie fodern daher Hersteller, Importeure und Anwender von Chemikalien auf, Daten von besserer Qualität zu liefern. Nichtsdestotrotz helfen die Ergebnisse dieses Projekts, die PMT-Kriterien unter REACH zu schärfen. Ein aktualisierte Version dieser Kriterien will das UBA bereits im Mai 2018 vorlegen. Schon im Mai 2017 hatte das UBA in einer Pressemeldung die Notwendigkeit, solcher Kriterien betont.

Die Industrie warnt hingegen vor einem Schnellschuss. Bislang seien die Kriterien noch nicht gut formuliert, sagte Ronald Bock vom European Chemical Industry Council (CEFIC), dem Verband der europäischen Chemischen Industrie. Er fordert eine bessere Datenbasis.

Mehr Hintergrundinformationen liefert das Workshop-Dokument „PMT and vPvM substances under REACH“.

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