UN veröffentlicht Liste mit hormonaktiven Stoffen

Die Umweltbehörde der Vereinten Nationen (UN Environment) hat drei Berichte herausgegeben, die den wissenschaftlichen Stand bei endokrinen Stoffen – Substanzen, die mit dem Hormonsystem in Wechselwirkung treten – zusammenfassen. Die Berichte dokumentieren Lösungsansätze, rechtliche und politische Initiativen sowie eine Liste mit 45 Stoffen, die nach bestimmten Kriterien zu den endokrinen Disruptoren zu zählen sind, wie Phthalate, Bisphenole und Parabene.

Bereits im Jahr 2016 beauftragte die Umweltbehörde ein Gremium von Wissenschaftlern (International Panel on Chemical Pollution, IPCP), das verfügbare Wissen über endokrine Disruptoren zusammenzutragen, darunter auch deren Auswirkungen auf die Umwelt, wie das Thema rechtlich gehandhabt wird und welche politischen Initiativen es gibt.

Dabei identifizierten sie 28 verschiedene Lösungsansätze, von denen sie den folgenden drei eine besondere Bedeutung beimessen:

  • Der EU-Kandidatenliste mit besonders besorgniserregenden Substanzen (SVHC)
  • Der SIN (Substitute-It-Now) -Liste der schwedischen Umweltschutzorganisation Chemsec
  • Der Bewertung der dänischen Umweltschutzbehörde EPA, die eigene Kriterien für endokrine Disruptoren zugrundelegt.

In Bericht I werden die weltweiten Ansätze, EDCs zu identifizieren, untersucht und verglichen. Dabei zeige sich, so die Autoren, dass bei den verschiedenen Lösungsansätzen je nach Ziel und Zweck unterschiedliche Kriterien in Betracht gezogen und/oder Kriterien unterschiedlich gewichtet werden. Folglich sind bislang mehr als 1.000 Stoffe als EDCs oder potenzielle EDCs identifiziert worden.

Bericht II enthält unter anderem die Liste der 45 EDCs, die nach den drei genannten Ansätzen eindeutig zu den hormonaktiven Stoffen zu zählen sind.

Bericht III gibt einen Überblick, welche rechtlichen Rahmenbedingungen bereits existieren und welche Maß-nahmen bislang unternommen wurden. Dabei stellen die Autoren fest, dass die verfügbaren Informationen häufig uneinheitlich sind und unterschiedlichen Quellen entstammen.

Die EU hatte sich Ende vergangenen Jahres auf einheitliche Kriterien zur Identifikation von endokrin wirksamen Substanzen (EDC) in Pestiziden geeinigt, s. Blogmeldung „EDC-Kriterien für Pestizide auf dem Weg“.

Vor dem Hintergrund der politischen Dimension der geführten Diskussion hat auch der Verband der Chemischen Industrie (VCI) im Rahmen eines vierseitigen Positionsdokuments (nur in Deutsch) Anfang Juli zum Thema Stellung bezogen.

Für weitere Fragen zum Thema stehen wir gerne zur Verfügung unter reach@kft.de.

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