Englands neue Chemikalienstrategie

Das britische Ministerium für Umwelt, Ernährung und ländliche Angelegenheiten (Department for Environment, Food and Rural Affairs, DEFRA) hat eine neue Chemikalien-Strategie für England entwickelt. Deren Eckpunkte hat das Ministerium im 146-Seiten umfassenden Bericht „Our Waste, Our Resources: A Strategy For England“ zusammengefasst. Im Kern geht es um einen nachhaltigeren Umgang mit Stoffen und wie sich Hindernisse, die einem Produktrecycling entgegenstehen, beseitigen lassen. Die Ziele stehen dabei in Einklang mit dem im Januar veröffentlichten Dokument „A Green Future: Our 25 Year Plan to Improve the Environment“ des Vereinigten Königreichs.

Im Vorwort spricht Umweltminister Michael Gove davon, dass der Austritt aus der EU am 29. März „eine Gelegenheit für eine neue Umweltpolitik sei, bei der das Land eine internationale Führungsrolle übernehmen könne“.

80 Prozent der durch Abfall verursachten Umweltschäden ließen sich durch ein umsichtigeres Produktdesign sowie eine besser durchdachte Material- und Stoffauswahl vermeiden, so die Autoren des Berichts.

Rund 140.000 Industriechemikalien sind heute in Umlauf. Viele davon verhindern eine wirksame Kreislaufwirtschaft. Daher sollen Maßnahmen etabliert werden, mit deren Hilfe sich Stoffe in Produkten und Lieferketten besser identifizieren und nachverfolgen lassen.

Unterstützen will DEFRA beispielsweise die Ziele von SAICM (Strategic Approach to International Chemicals Management), einer im Jahr 2006 verabschiedeten Rahmenvereinbarung zu einer globalen Chemikalien-Strategie, die das nachhaltige Management von Chemikalien fördert. Im Kern geht es dabei besonders darum, Lösungen zu finden, wie künftig auf die Verwendung von persistenten organischen Schadstoffen (POPs) in Produkten verzichtet werden kann. Ferner sei es wichtig, so die Autoren, SVHCs zu identifizieren. Dabei wolle DEFRA alle Beteiligten unterstützen.

Gleiches gelte auch für die Umsetzung der Abfallrahmenrichtlinie. Beispielsweise will DEFRA demnächst auch Leitlinien herausgeben, wie mit gefährlichen Abfällen idealerweise umzugehen ist und welches die abfallrechtlich und abfallpolitisch beste Option (Best Overall Environmental Option, BOEO) für die betroffenen Unternehmen ist (siehe dazu Kapitel 3.2.6.).

In einem Beitrag der Informationsplattform ChemicalWatch forderte Michael Warhurst, der geschäftsführende Direktor der britischen Non-Profit-Organisation CHEM Trust, alle EU-Entscheidungen bezüglich REACH und die damit verbundenen Vorschriften zu befolgen, um die bestmöglichen Sicherheitsstandards einzuhalten. Ausdrücklich begrüßt er auch, Hersteller in die Verantwortung zu nehmen, wenn es um den Umgang mit bedenklichen Stoffen, etwa bromierten Flammschutzmitteln, in Möbeln und Bauprodukten geht.

Bei Fragen zum Thema Handel mit England sind wir unter reach@kft.de gerne für Sie da.

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