Mexiko: GHS wird Pflicht

Seit dem 9. Oktober müssen Chemikalien in Mexiko nach einheitlichen Kriterien eingestuft und gekennzeichnet werden. Es gelten die Vorgaben der 5. GHS-Version. 

Bereits im Oktober des Jahres 2015 hatte das Ministerium für Arbeit und Soziales (STPS) die Bestimmungen (NOM-018-STPS-2015, nur in Spanisch) veröffentlicht, der chemischen Industrie aber eine dreijährige Übergangsfrist eingeräumt, die nun endet. Unternehmen müssen nun die Vorgaben für alle Arbeitsplätze einhalten, an denen Mitarbeiter mit gefährlichen Chemikalien zu tun haben.

Erst im Juli hatte die OECD die nationale Umsetzung des GHS-Systems für alle Mitgliedstaaten zur Pflicht gemacht.

Bei Fragen in punkto GHS-Richtlinien sind wir unter sds@kft.de gerne für Sie da.

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EU schränkt die Verwendung von KMR-Stoffen in Textilien weiter ein

Die EU-Kommission hat einen Entwurf zur Änderung von Anhang XVII der REACH-Verordnung herausgegeben und neue Grenzwerte für 33 krebserzeugende, erbgutverändernde und fortpflanzungsgefährdende Stoffe (KMR- oder CMR-Stoffe) in Kleidung, Textilien und Schuhen festgelegt. Überschreiten die Konzentrationen den Schwellenwert, dürfen die betreffenden Produkte nicht in der EU vermarktet werden.

Die Absätze 7,8 und 9 des Entwurfs nennen Produkte, die von der Regelung ausgenommen sind, etwa Naturlederprodukte, Teppiche und Schutzausrüstung. In Anhang XVII sind die neuen Grenzwerte aufgeführt. Die Verordnung tritt am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft.

Die EU hat dazu eine Pressemeldung herausgegeben. Lesen Sie zum Thema auch unsere Blogmeldung „Textilien: Neue Beschränkungen für KMR-Stoffe“.

Was bei einem Verbot der Stoffe zu beachten ist und welche Maßnahmen zu treffen sind, darüber beraten wir Sie gerne unter reach@kft.de.

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Creditreform verleiht Bonitätszertifikat an KFT

Seit Anfang Oktober ist KFT Chemieservice ein bonitätsgeprüftes Unternehmen. Die offizielle Übergabe des Zertifikats erfolgte am 17. Oktober.

„Wir stehen seit jeher für Sicherheit, Stabilität und höchste Qualität und leben diese Werte in unseren Geschäftsbeziehungen. Vertrauen ist die Basis jeder gesunden Geschäftsbeziehung. Von daher ist die Verleihung des Creditreform Bonitätszertifikats für uns nur konsequent. Damit signalisieren wir unseren Kunden schwarz auf weiß, dass sie einen verlässlichen Partner an der Seite haben“, erklärte Geschäftsführer Karl-Franz Torges im Rahmen der Zertifikatsverleihung. 

Die Inhaber des Zertifikats „CrefoZert“ haben allesamt eine ausgezeichnete Bonität, unter anderem nachgewiesen durch den Creditreform Bonitätsindex. Gleichzeitig bürgen sie für reibungslose Geschäftsabläufe.

Die Creditreform Unternehmensgruppe vereint mit mehr als 160.000 Kunden weltweit und ca. 16 Mio. erteilten Wirtschaftsauskünften jährlich das Know-how einer unabhängigen Ratingagentur und einer führenden Wirtschaftsdatenbank. Die strengen Kriterien des CrefoZerts erfüllen nur knapp 2 % der deutschen Unternehmen – quer durch alle Branchen.

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Sicherheitsdatenblätter: ECHA wertet Qualitätsprüfung aus und gibt einen neuen Leitfaden heraus

Das Überwachungsprojekt REACH-En-Force (Ref-5), mit dem die Qualität von Sicherheitsdatenblättern (SDS) verbessert werden soll, geht in seine entscheidende Phase.

Anfang Oktober trafen sich die Teilnehmer, um sich einen Überblick über die Mängel bei SDS zu verschaffen und entsprechende Maßnahmen zu beraten. Im Vorfeld hatten Inspektoren aus 28 EU-Ländern ein Jahr lang die Vollständigkeit und Korrektheit der Daten in Sicherheitsdatenblättern und Expositionsszenarien überprüft und die Ergebnisse in einer Datenbank gesammelt. 

Laut einem Bericht der Informationsplattform ChemicalWatch äußerte sich Sinead McMickan, stellvertretende Vorsitzende des REACH-EN-Force-Forums, bereits im Vorfeld des REACH-En-Force-Treffens kritisch zur Qualität der SDS. Auf dem Chemical Watch Enforcement Summit Europe 2018 Ende September sagte sie, deren Qualität sei beunruhigend schlecht. Die finalen Ergebnisse sollen im November präsentiert werden.

Derweil hat die ECHA einen neuen Leitfaden zu Sicherheitsdatenblättern und Expositionsszenarien veröffentlicht. Er steht in 23 Sprachen zur Verfügung und kann kostenlos im Online-Buchladen der EU heruntergeladen werden.

Wir erstellen Sicherheitsdatenblätter in nahezu allen Länderversionen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte gerne an sds@kft.de.

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Rotterdamer Übereinkommen: Ausschuss empfiehlt Maßnahmen für weitere Stoffe

Die Mitglieder des Ausschusses der Rotterdam-Konvention der Vereinten Nationen schlugen auf ihrer 14. Sitzung Mitte September in Rom vor, die Industriechemikalien Hexabromcyclododecan (HBCD), Perflu-oroctansäure (PFOA), deren Salze, sämtliche PFOA-ähnlichen Verbindungen sowie die beiden Pestizide Phorat und Acetochlor in Anhang III der Rotterdam-Konvention aufzunehmen. Alle Stoffe auf dieser Liste unterliegen dem PIC-Verfahren (Prior Informed Consent).

Gemäß dem Verfahren dürfen Unternehmen die im Anhang gelisteten gefährlichen Chemikalien erst dann importieren, wenn der betroffene Staat zuvor über die Eigenschaften dieser Chemikalien und die damit verbundenen Risiken informiert wurde. Der Staat muss dem Import ausdrücklich zustimmen. Dadurch erhofft sich die Staatengemeinschaft eine Kontrollfunktion. Denn oftmals handelt es sich bei den Importstaaten um Entwicklungs- oder Schwellenländer, die häufig unzureichende oder gar keine Kapazitäten zum Bewerten und Überwachen von Chemikalien haben.

Über die Aufnahme der oben genannten Stoffe in die Liste wird auf der nächsten Vertragsstaatenkonferenz in Genf (29. April bis 10. Mai 2019) entschieden.

Das Rotterdamer Übereinkommen ist der erste internationale Vertrag zum Im- und Export von Chemikalien. Er wurde am 10. September 1998 in Rotterdam angenommen und trat am 24. Februar 2004 in Kraft. Aktuell haben dieses Übereinkommen 160 Staaten ratifiziert.

Möglicherweise haben Sie mit gefährlichen Industriechemikalien zu tun und benötigen Unterstützung? Gerne erreichen Sie uns unter sds@kft.de.

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EU-Parlament will gefährliche Chemikalien aus Produkten verbannen

Die Mehrheit der EU-Parlamentsvertreter fordert Maßnahmen gegen die Verwendung gefährlicher Stoffe in Produkten, weil dadurch ein Recycling der Materialien erschwert, zum Teil sogar unmöglich gemacht wird. Deshalb sollen diese Stoffe so rasch wie möglich aus der Lieferkette verschwinden. Dafür machen sich die Parlamentsmitglieder im Rahmen einer Resolution stark und unterstützen damit den EU-Ministerrat, der seinerseits die Kommission und die ECHA aufforderte, aktiv zu werden.

Laut Resolution gehe es zunächst darum, die bedenklichen Stoffe in der Lieferkette aufzuspüren – das gelte besonders auch für importierte Produkte. Des weiteren müssten Abfall- und Chemikalienpolitik aufeinander abgestimmt sein und einer Vermeidung sei stets Vorrang vor einem Recycling einzuräumen. Die aktuellen Rechtsvorschriften seien allerdings nicht geeignet, so die Resolution weiter, um dieses Ziel zu erreichen. Daher müssten nun vorrangig Regulierungslücken geschlossen werden – besonders im Hinblick auf importierte Artikel – und Unternehmen sollten dazu verpflichtet werden, toxische Stoffe in Produkten und Lieferketten konsequent zu ersetzen.

Die Resolution skizziert einen Weg, wie das konkret aussehen könnte. In einem ersten Schritt soll die Transparenz verbessert werden. Dazu müsste Artikel 9 der Abfallrahmenrichtlinie (Abfallvermeidung) verändert werden – und zwar dahingehend, dass Lieferanten künftig die ECHA über das Vorhandensein solcher Stoffe informieren müssen.

Die Resolution nennt vier Schlüsselfaktoren und Handlungsoptionen:

1. Unzureichende Informationen über bedenkliche Stoffe in Produkten und Abfällen.

  • Zu den besorgniserregenden Stoffen zählen die unter REACH als SVHC geführten Substanzen; ferner Stoffe, die gemäß Stockholmer Konvention (POPs) verboten sind und spezifische in Anhang XVII der REACH-Verordnung gelistete Stoffe, deren Anwendung eingeschränkt ist sowie auch Stoffe, die besonderen Rechtsvorschriften (Option 1A) unterliegen.
  • Die betroffenen Stoffe sollten „so schnell wie möglich“ aufgespürt werden (Option 2A), und die Informationen sind allen an der Lieferkette Beteiligten sowie auch Recyclingbetrieben und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.
  • In die Überprüfung sind alle importierten Produkte einzubeziehen. Dazu ist eine „engere Zusammenarbeit“ auf internationaler Ebene nötig.
  • Die ECHA muss verhindern, dass Stoffe, deren REACH-Registrierungsdossiers lücken- oder fehlerhaft sind, auf den Markt gebracht werden.

2. Reduktion bedenklicher Stoffe in recycelten Materialien.

  • Egal ob Produkte aus Primär- oder Sekundärstoffen hergestellt sind: Für den Schutz von Gesundheit und Umwelt sollten die gleichen Regeln gelten.
  • Produkte, die Altstoffe enthalten, dürfen nur im Rahmen eines sicheren Registrierungs-, Überprüfungs- und Entsorgungssystems gemanagt werden.
  • Es darf keine Wettbewerbsverzerrung geben bei Artikeln, die in der EU hergestellt und solchen, die importiert werden.
  • Beim Festlegen der Anforderungen für Ersatzstoffe sollten zusätzlich zu REACH auch andere produktspezifische Rechtsvorschriften herangezogen werden.
  • Ratsam wäre auch die Einführung eines Produktpasses, um die in Produkten anwesenden Stoffe offenzulegen.

3. Unsicherheiten darüber, wann für Materialien die Abfallrahmenrichtlinie gilt und wann nicht.

  • Es sind klare EU-weit einheitliche Kriterien festzulegen, in welchen Fällen für Materialien die Richtlinie gilt und in welchen Fällen nicht.
  • Die in der Abfallrahmenrichtlinie festgelegten Abfallbestimmungen sind auf EU-Ebene zu harmonisieren.

4. Schwierigkeiten bei der Abfalleinstufung, was wiederum Unsicherheiten beim Festlegen der Recyclingfähigkeit mancher Materialien mit sich bringt.

  • Die Regeln für das Einstufen von Abfällen sollten mit den Einstufungsregeln in der CLP-Verordnung übereinstimmen.
  • Die EU-Kommission sollte die Interpretationspielräume beim Auslegen der CLP-Verordnung beseitigen, um eine Fehleinstufung von Abfällen, die bedenkliche Stoffe enthalten, zu verhindern.
  • Die mangelhafte Durchsetzung des EU-Abfallrechts ist „inakzeptabel“ und zu verbessern.

Gerne unterstützen wir Sie dabei, alle gesetzlichen Vorgaben im Umgang mit gesundheitlich bedenklichen Stoffen einzuhalten. Kontaktieren Sie uns unter reach@kft.de.

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BPA: Deutschland schlägt neue Einstufung und Kennzeichnung vor

Deutschland hat bei der ECHA einen Vorschlag zur Harmonisierung der Einstufung und Kennzeichnung (CLH) von Bisphenol A (BPA) im Rahmen der CLP-Verordnung eingereicht. Die ergänzten Einträge finden sich im Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis der ECHA, einer Datenbank mit Informationen zur Einstufung und Kennzeichnung von angemeldeten und registrierten Stoffen.

Im Einzelnen stuft Deutschland BPA in folgende Gefahrenklassen ein:

  • schwere Augenschädigung, Kategorie 1
  • Hautsensibilisierung, Kategorie 1 – kann allergische Reaktionen hervorrufen
  • Reproduktions-Toxizität, Kategorie 1B – kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen
  • spezifische Zielorgan-Toxizität (einmalige Exposition), Kategorie 3 – kann Reizungen der Atemwege verursachen
  • akut wassergefährdend, Kategorie 1 und M-Faktor: 1 – sehr giftig für Wasserlebewesen
  • chronisch wassergefährdend, Kategorie 1 und M-Faktor:10 – sehr giftig für Wasserlebewesen mit langfristiger Wirkung.

BPA zählt zu den besonders besorgniserregenden Substanzen (SVHC) und steht auf der REACH-Kandidatenliste. Unter anderem gilt die Substanz als reproduktionstoxisch und wirkt auf das Hormonsystem.

BPA wird in der Lebensmittelindustrie für die Innenbeschichtung von Konservendosen und Deckeldichtungen sowie für Plastikverpackungen verwendet. Ein aktueller Gesetzesvorschlag der EU-Kommission sieht vor, die derzeit geltenden Migrationsgrenzwerte für BPA in Lebensmittelkontaktmaterialien zu senken – und zwar von 0.6 mg auf 0.05 mg/kg Lebensmittel.

Gleichzeitig beginnt im September 2018 eine neue EFSA-Arbeitsgruppe (European Food and Safety Authority) von wissenschaftlichen Sachverständigen mit der Auswertung jüngster toxikologischer Daten zu BPA. Eine Zusammenstellung von Fragen und Antworten zu BPA bietet das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Achten Sie auf eine sichere Anwendung Ihrer Produkte. Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne Rede und Antwort unter reach@kft.de.

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