China: Ministerium richtet Abteilung für das Management gefährlicher Chemikalien ein

Das im Frühjahr neu gegründete Ministerium für Notfallmanagement (MEM) ruft eine Abteilung ins Leben, deren Mitarbeiter für die Sicherheit, Überwachung und das Management gefährlicher Chemikalien zuständig sind. Unter anderem sollen sie für die Produktionssicherheit in der chemischen Industrie sorgen, einschließlich der Petrochemie sowie bei der Produktion von Pharmazeutika und von Feuerwerkskörpern.

Weitere Aufgaben sind:

  • das Überwachen und die Kontrolle von Arbeitssicherheitsvorschriften, -gesetzen und -normen.
  • das Erstellen von Katalogen für gefährliche Chemikalien.
  • sich um die Registrierung von gefährlichen Chemikalien im Inland zu kümmern.
  • Unfälle zu untersuchen und für Rechenschaftspflicht zu sorgen.

Aufgabe des MEM ist es, die sichere Produktion und Arbeitssicherheit in Industrie und Gewerbe zu überwachen. Unter anderem ist das Ministerium aktuell dabei, ein einheitliches Notfallmanagement-Informationssystem aufzubauen. Insgesamt umfasst das Ministerium 20 interne Institutionen.

Die Öffentlichkeit wurde über die Gründung der neuen Abteilung und die veränderte Organisationsstruktur am 14. August informiert.

Wir sind mit den Marktgegebenheiten und gesetzlichen Vorgaben in China vertraut. Kontaktieren Sie uns gerne unter sds@kft.de.

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Stadtradeln 2018 – Wir sind auch dabei!

Auch in diesem Jahr nehmen wir, die KFT Chemieservice GmbH, beim Wettbewerb STADTRADELN vom 18.08 bis 17.09.2018 teil. Unser Team besteht aus 10 motivierten Radler*innen.

Dabei haben wir uns das Ziel gesetzt, den ersparten CO2 -Ausstoß aus dem Jahr 2017, nämlich 107 kg CO2, zu toppen. Die erste Woche ist vergangen und wir haben bereits jetzt eine Ersparnis von rund 70 kg CO2 zusammen geradelt. Unsere Spitzenradlerin ist bisher 261km gefahren. Das weckt natürlich den Ehrgeiz der anderen Team-Mitglieder und wir sind gespannt welches Ergebnis wir am 17. September erreichen werden.


Über STADTRADELN:
STADTRADELN ist eine nach Nürnberger Vorbild weiterentwickelte Kampagne des Klima-Bündnis, dem größten Netzwerk von Städten, Gemeinden und Landkreisen zum Schutz des Weltklimas.

Ziel der Kampagne ist es, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, ein Zeichen für vermehrte Radförderung in der Kommune zu setzten – und letztlich Spaß beim Fahrradfahren zu haben! Kommunalpolitiker*innen als die lokalen Entscheider*innen in Sachen Radverkehr können „erfahren“, was es bedeutet, in der eigenen Kommune mit dem Rad unterwegs zu sein und dann Verbesserungsmaßnahmen anstoßen bzw. umsetzen.

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Vietnam nimmt Stoffdatenbank in Betrieb

Vietnams Ressort für Chemie am Ministerium für Industrie und Handel (Ministry of Industry and Trade, MoIT) hat ein chemisches Datenbanksystem (nur in vietnamesisch) gestartet. Darin sind mehr als 170.000 chemische Stoffe enthalten. Die Ankündigung des MoIT finden Sie hier (nur in Vietnamesisch).

Die Datenbank hat folgende Aufgaben:
Sie soll

  • alle Tätigkeiten rund um das Chemikaliengesetz unterstützen,
  • anderen Abteilungen des MoIT Informationen bereitstellen,
  • statistische Daten für die chemische Risikobewertung bereithalten,
  • Informationen über gefährliche Eigenschaften und die Einstufung von Chemikalien für Unternehmen und Kommunen vorhalten,
  • bei chemischen Zwischenfällen die nötigen Informationen zur Verfügung stellen

Die Datenbank enthält Stoffe, die unter das Chemikaliengesetz fallen (Anhang 1-5 der Verordnung Nr. 113/2017/ND-CP); und solche, die in Vietnams nationalem Verzeichnisentwurf veröffentlicht wurden. Sie stellt aber auch Informationen anderer Stoffdatenbanken und Verzeichnissysteme bereit, wie z.B.

  • des Verzeichnisses in Japan, einschließlich MITI-Nummern (Japans chemische Referenznummern),
  • des Verzeichnisses des US Toxic Substances Control Act (TSCA),
  • des Europäischen Verzeichnisses der auf dem Markt vorhandenen chemischen Stoffe,
  • die Ergebnisse der GHS-Einstufung,
  • Daten über die physikalisch-chemischen Eigenschaften vieler Stoffe

Das Projekt läuft bereits seit Juni 2012 und wird vom japanischen Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI), dem National Institute of Technology and Evaluation und der Japan International Cooperation Agency unterstützt. Damals beschloss der Premierminister, ein nationales Chemikalienverzeichnis und eine Datenbank zu erstellen.

Sollten Sie Produkte nach Vietnam ein- oder von Vietnam ausführen, sind wir bei Fragen gerne für Sie da unter reach@kft.de.

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China: Neue Informationsplattform für gefährliche Chemikalien

Chinas Regierungsbehörde für Stoffzulassungen (National Registration Centre for Chemicals, NRCC) hat eine neue „integrierte Informationsplattform“ (in Chinesisch) gestartet. Die Plattform ermöglicht Unternehmen die Suche nach Registranten gefährlicher Stoffe und deren registrierten Produkten.

Die Testphase läuft noch bis Oktober 2019. Danach soll es nach Aussage des NRCC gegenüber der Informationsplattform Chemical Watch voll funktionsfähig sein. Unklar ist bislang, ob die Plattform nur in Chinesisch oder auch in Englisch zur Verfügung gestellt wird.

Die Plattform bietet Informationen über:

  • die Einstufung von Chemikalien, die im Katalog für gefährliche Substanzen aufgeführt sind
  • GHS-Einstufungen und Merkmale
  • Politik und Vorschriften
  • technische Unterstützungsdienste für Notfälle
  • Unfallberichte
  • Lehrvideos auf Chinesisch

Gesucht werden können:

  • Englische Substanznamen
  • Chinesische Substanznamen
  • CAS-Nummern.

Hersteller und Importeure von gefährlichen Chemikalien müssen diese bei der NRCC gemäß SAWS-Verordnung 53 (State Administration of Work Safety) registrieren lassen. Die SAWS-Verordnung ergänzt Verordnung 591 (Decree 591), die für die Herstellung, Lagerung, Verwendung und Vermarktung von hochgiftigen Stoffen gilt.

ACHTUNG: SAWS ist im Jahr 2018 umbenannt worden in Ministry of Emergency Management (MEM). Ihre Fragen zur Kennzeichnungspflicht in China, zur Erstellung von Sicherheitsdatenblättern oder zur Registrierung von Neustoffen können Sie gerne an uns richten unter sds@kft.de.

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Frei zugänglich: Datenbank mit Plastikinhaltsstoffen

Eine Gruppe von Nichtregierungsorganisationen, darunter The Food Packaging Forum, ChemTrust und ChemSec, haben gemeinsam mit Forschungseinrichtungen in Europa und den USA eine Datenbank mit Inhaltsstoffen, die in Plastik vorkommen, entwickelt und veröffentlicht. Sie enthält mehr als 4.000 Stoffe, die in Kunststoffverpackungen vorkommen. Als Informationsquelle nutzten die Wissenschaftler unter anderem die Datenbank der US EPA, Chemicals and Products Categories database, CPCat, sowie Bücher und Fachberichte über die Verwendung von chemischen Substanzen in Kunststoffen. Der ausführliche Fachartikel darüber erscheint in der Zeitschrift Science of the Total Environment und ist als preprint hier erhältlich. Als ergänzende Informationen stehen dort auch die Stoffdatenbanken zum Herunterladen bereit.

Die Autoren betonen in Ihrem Artikel, wie wichtig die Zusammenarbeit mit der Industrie, mit Behörden und anderen Stakeholdern ist, um Wissenslücken rasch zu schließen. Nur so sei eine fundierte chemische Risikobewertung möglich. Vorrangiges Ziel sei es, schnellstmöglich Ersatzstoffe für die gefährlichsten Stoffe zu finden. Im Fokus stehen vor allem Phthalate, die als Weichmacher vielen Plastikverpackungen zugesetzt werden.

Jane Muncke, Projektleiterin und Geschäftsführerin des in Zürich ansässigen Food Packaging Forums sagte, die Datenbank sei längst noch nicht vollständig. Zum einen, weil es noch keine einheitliche Toxizitätseinstufung der Stoffe gebe; zum anderen, weil die Unternehmen die Daten über die Inhaltsstoffe als vertrauliche Geschäftsinformationen betrachten. Deshalb funktioniere der Informationsfluss entlang der Lieferkette auch nicht, was letztlich auch verhindert, dass Menschen und Umwelt effektiv geschützt werden können.

Stellen Sie die gesundheitliche Unbedenklichkeit Ihrer Produkte sicher. Bei Fragen zur Rechtssicherheit sind wir gerne Ihr Partner. Kontaktieren Sie uns unter reach@kft.de.

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Kalifornien erwägt, Nickel als reproduktionstoxisch einzustufen

Die kalifornische Behörde für Umwelt und Gesundheit (Office of Environmental Health Hazard Assessment, OEHHA) denkt darüber nach, Nickel und Nickelverbindungen als entwicklungs- und reproduktionstoxisch einzustufen und in die Prop65-Liste aufzunehmen (DART Proposition 65 listing). Die Experten des zuständigen Komittees (Developmental and Reproductive Toxicant Identification Committee, DARTIC) planen, dies auf ihrem Treffen am 11. Oktober zu diskutieren und sich dann zu entscheiden. Stimmen die Verantwortlichen für eine Aufnahme, würde die Verwendung von Nickel eingeschränkt – mit massiven Auswirkungen auf die betroffenen Industrien. Nickel wird in Stahl und anderen Legierungen verwendet, darüber hinaus in Katalysatoren, Batterien und Pigmenten.

Das Nickel-Institut, ein weltweiter Zusammenschluss führender Nickelproduzenten, zeigte sich überrascht vom Vorstoß der Kalifornier, weil die Behörde erst im Jahr 2015 der Einstufung von Nickel nur mittlere bis niedrige Priorität eingeräumt hatte. Das erschien auch logisch angesichts der Tatsache, dass die Bioverfügbarkeit von Nickel viel geringer ist und eine mögliche Nickelbelastung auf die betreffenden Arbeitsplätze beschränkt ist. Deren Sicherheit wiederum ist durch entsprechende Maßnahmen geregelt.

Tatsächlich sind die Gefahren, die von Nickel und seinen Verbindungen ausgehen, schon viele Male von Behörden weltweit geprüft worden, und die negativen Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt sind bekannt. Folgerichtig stehen viele Nickelsubstanzen schon auf der Prop-65-Liste wegen ihrer krebserregenden Wirkung. Lediglich Nickelcarbonyl ist unter DART gelistet. In der EU sind wasserlösliche Nickelverbindungen in der CLP-Verordnung als Stoffe mit krebserzeugenden Eigenschaften der Kategorie 1B eingestuft. Für Nickelmetall und unlösliche Nickelverbindungen gibt es hingegen keine entsprechende Einstufung, da sie eine wesentlich geringere Bioverfügbarkeit als wasserlösliche Nickelverbindungen aufweisen, wie toxikokinetische Studien zeigen, d.h. es ist schwieriger, diese Nickelformen entweder durch Einatmen, orale Einnahme oder über die Haut in den Körper aufzunehmen. Die relevante Belastung mit Nickel und Nickelverbindungen ist auf den Arbeitsplatz beschränkt, und alle potenziellen Risiken für Arbeitnehmer werden durch Sicherheits- und Gesundheitsvorschriften am Arbeitsplatz kontrolliert.

Fakt ist: Bislang hat man sich bei den Untersuchungen auf die Endpunkte Hautsensibilisierung und Kanzerogenität konzentriert. Neuere Untersuchungen stützen sich auf die Ergebnisse zahlreicher neuer epidemiologischer Studien, die in einem 342 Seiten starken Dokument zusammengefasst sind. Zu diesem Dokument kann jeder im Rahmen der öffentlichen Konsultation bis zum 11. September Stellung nehmen.
Achten Sie auf die Sicherheit Ihrer Produkte. Gerne unterstützen wir Sie dabei. Kontaktieren Sie uns unter reach@kft.de.

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Gesetzeslücken im Umgang mit hormonaktiven Stoffen

EU-Mitgliedstaaten und Nichtregierungsorganisationen fordern einheitliche Gesetzesregelungen bei der Identifizierung und beim Umgang mit hormonaktiven Stoffen (EDC). Das geht aus den Kommentaren im Rahmen der Feedbackrunde zur EU-Initiative „Towards a more comprehensive EU framework on endocrine disruptors“ hervor. Die EU schlägt eine Roadmap vor und will mit dieser Initiative eine Bestandsaufnahme zum Thema EDC darstellen und skizzieren, welche Maßnahmen künftig nötig sind.

44 Antworten verschiedenster Fachverbände, Forschungseinrichtungen, Behörden und Organisationen, darunter auch das Umweltbundesamt, waren bis zur Einreichungsfrist am 19. Juli bei der EU eingegangen:

Eine Reihe von Interessenvertretern kritisieren die Roadmap als zu kurz greifend. Das Umweltbundesamt (UBA) beispielsweise schlägt eine ambitioniertere („more ambitious“) EDC-Strategie vor. Dazu seien weiterreichendere Maßnahmen als bisher nötig, um den wissenschaftlichen Kenntnisstand rasch zu erweitern. Dazu schlägt das UBA detaillierte Aktivitäten mit überprüfbaren Zielen sowie klaren Zeitvorgaben vor.

Konkret wird beispielsweise auch das belgische Bundesamt „Federal Service of Health, Food Chain Safety and Environment, FPS“. Deren Vertreter prangern das Silodenken an und fordern sektorübergreifende Gespräche und Gesetzeslösungen. Die Gesetze dürften nicht nur Biozide und Pestizide berücksichtigen, sondern sollten auch Spielzeug, Kosmetika, Lebensmittelkontaktmaterialien und Bauprodukte mit einbeziehen.

Bereits Ende Mai hatte der Dachverband von Umwelt- und Gesundheitsorganisationen (Health and Environment Alliance, HEAL) zu einem Treffen nach Brüssel eingeladen, wo zahlreiche Mitglieder des Europaparlaments, Regierungsvertreter einzelner Länder sowie Wissenschaftler Ihren Stand des Wissens zum Thema EDC präsentierten.

Gerne nehmen wir Ihre Fragen zum Thema EDC unter reach@kft.de entgegen.

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