Kalifornien: Bisphenol A nach wie vor in Konserven vorhanden

Während die BPA-Gehalte in Konserven der einschlägigen US-amerikanischen Lebensmitteldiscounter wie Kroger, Albertsons, Dollar Tree und 99 Cents only zurückgehen – von 67% der geprüften Konserven im Jahr 2015 auf 38% bei der aktuellen Untersuchung – enthalten 71 von 78 Konserven asiatischen Ursprungs, die von selbständigen Händlern in Kalifornien vertrieben werden, nach wie vor BPA. Diese Zahlen publizierte die gemeinnützige Organisation Center for Environmental Health (CEH) in ihrem aktuellen Bericht „Kicking the Can“. Die Organisation hat dazu auch eine Pressemeldung herausgegeben.

Die für die Risikoabschätzung verantwortliche kalifornische Behörde, das “Office of Environmental Health Hazard Assessment, Oehha, führt seit Anfang des Jahres auf ihrer Proposition 65-Website eine Online-Liste mit BPA-haltigen Produkten. Allerdings waren nur 3 der 71 BPA-haltigen Konserven überhaupt in der Liste aufgeführt.

Das kalifornische Umweltgesetz (California Proposition 65) fordert seit Mai 2016 einen Hinweis auf mögliche Risiken bei der Verwendung von BPA; allerdings gibt es bislang kein allgemein verbindliches Reglement, wie genau diese Kennzeichnung zu erfolgen hat. Die Verantwortlichen der Behörde möchten erst die Untersuchungsergebnisse einer größeren BPA-Studie abwarten.

Achten Sie auf eine sichere Anwendung Ihrer Produkte. Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne Rede und Antwort unter reach@kft.de.

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China: Unternehmen leiden unter komplexen Vorschriften

Chinas Chemikalien-Gesetze seien in ihrer Vielschichtigkeit und Komplexität kaum zu durchschauen, sagte eine Managerin des US-amerikanischen Chemiekonzerns Lubrizol im Rahmen der ChemCon Asia 2017. Die Bestimmungen seien häufig missverständlich formuliert, die Anforderungen seien nicht klar, und das gesamte Procedere sei von hohem bürokratischem Aufwand geprägt.

Gleichzeitig gebe es zwischen den zuständigen chinesischen Behörden kaum Absprachen, sodass viele Angaben doppelt gemacht werden müssten. Beispielsweise würden Behördenvertreter gemäß dem chinesischen Chemikaliengesetz „Regulations on Safe Management of Hazardous Chemicals“, Decree 591, häufig sehr detaillierte Angaben fordern.

Wir sind mit den Chemical-Compliance-Richtlinien in den asiatischen Ländern vertraut. Nehmen Sie jederzeit gerne Kontakt mit uns auf unter sds@kft.de.

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Unternehmensumfrage: Neu-Registrierung hat Vorrang vor Aktualisierung der REACH-Unterlagen

Laut einer Umfrage der Newsplattform ChemicalWatch vernachlässigen die führenden Hersteller der Chemiebranche die regelmäßige Aktualisierung der REACH-Unterlagen und nutzen ihre Ressourcen stattdessen eher für die Registrierung neuer Stoffe, die bis Ende Mai 2018 erfolgt sein muss.

Chemical Watch hatte neun Konzerne, darunter BASF, Bayer, AkzoNobel, Evonik und Lanxess, nach deren Prioritäten bezüglich Aktualisierungen und Neuanmeldungen gefragt. Die BASF beispielsweise hat rund 2.000 Aktualisierungen eingereicht. Dieser Zahl stehen rund 1.500 Neuregistrierungen gegenüber, Tendenz steigend. Lanxess plant 600 Neugestrierungen, Evonik rund 800, Bayer 400 und AkzoNobel 339.

Zwar gaben alle Unternehmen an, wichtige Änderungen bei Stoffinformationen automatisch zu melden. Gleichwohl räumt beispielsweise Volker Soballa, Leiter Produktverantwortung bei Evonik, ein, dass nicht alle Unterlagen regelmäßig aktualisiert werden. Das binde zu viele Ressourcen und diene nicht dazu, die Sicherheit von Mensch und Umwelt zu erhöhen. Angesichts der Registrierungsfrist im Mai 2018, habe die Neuanmeldung von Stoffen höhere Priorität. Nach Auskunft von Soballa werden rund 40 Prozent der Unterlagen aktualisiert. Ab Mai 2018 werde eigens dafür ein Arbeitsplan ausgearbeitet.

Gemäß Artikel 22 der REACH-Verordnung muss der Registrant aus eigener Initiative seine Registrierung unverzüglich anhand der einschlägigen neuen Informationen aktualisieren und diese der Agentur übermitteln.

Während die ECHA die Unternehmen für ihre mangelnde Mitarbeit kritisiert, kontern die Unternehmensverantwortlichen die Vorwürfe der ECHA und machen die umständliche Vollständigkeitskontrolle und die unterschiedlichen Daten- und Formatanforderungen in IUCLID für den schleppenden Prozess verantwortlich.

Wir sorgen für einen rechtskonformen Zustand aller Ihrer REACH-Unterlagen. Bei Fragen sind wir für Sie da unter reach@kft.de.

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EU-Kommission verbietet weitere CMR-Stoffe in Kosmetika

Die EU-Kommission hat einen Entwurf zur Verordnung der Kommission veröffentlicht und wird damit unter anderem Anhang II (Verbotsliste) der Kosmetik-Verordnung um die neun folgenden CMR-Stoffe der Kategorie 1 (bekanntlich oder vermutlich beim Menschen krebserzeugend) erweitern:

  • Quaternium-15
  • Chloracetamid
  • Dichlormethan
  • Formaldehyd
  • Perborsäure und Natriumperborate
  • Borate, Tetraborate und Octaborate

Drei CMR-Stoffe der Kategorie 2 (vermutliche Humankarzinogene) hat der wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit, SCCS, für eine Anwendung im Rahmen enger Konzentrationsgrenzen freigegeben und diese in Anhang III ergänzt.

  • Trimethylbenzoyldiphenylphosphinoxid (TCO) für die Anwendung in künstlichen Fingernagelsystemen in einer maximalen Konzentration von 5 Prozent
  • Furfural in einer maximalen Konzentration von 0.001% sowie
  • Polyaminopropylbiguanid (PHMB) in einer maximalen Konzentration von 0.1 Prozent, ausgenommen sind sprühfähige Formulierungen

Die Anhänge werden 20 Tage nach der Publikation im öffentlichen Amtsblatt in Kraft treten.

Gerne beraten wir Sie bei Fragen rund um die Kosmetik-Verordnung. Sie erreichen uns unter cosmetic@kft.de.

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Türkei-REACH tritt am 23. Dezember 2017 in Kraft

Das türkische Ministerium für Umwelt und Städtebau (Ministry of Environment and Urbanisation, MoEU) hat am 23. Juni die neue Chemikalienverordnung KKDIK (in Türkisch) im amtlichen Mitteilungsblatt veröffentlicht.

Mit dem neuen Gesetz sei es gelungen, 60 bis 70 Prozent der REACH-Verordnung zu implementieren. Damit seien keine Stoffe ohne Registrierung mehr auf dem Markt. Das sagte Yahya Kesimal, der zuständige Abteilungsleiter im Ministerium, der Newsplattform ChemicalWatch.

Laut Yahya Kesimal haben acht von zehn türkischen Unternehmen ihre Stoffe bereits unter REACH registriert. Auch ein Umgang mit den nötigen Übersetzungen – die Daten müssen in türkischer Sprache zur Verfügung stehen – sei für die Unternehmen kein Problem.

Lesen Sie diesbezüglich auch unsere Blogmeldung Türkei-REACH kommt im Sommer, in dem wir über den Vortrag unseres Partners Melih Babayigit, CRAD, berichteten.

Gemeinsam mit unserem türkischen Partner CRAD unterstützen wir Sie gerne, falls Sie auf dem türkischen Markt tätig sind. Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf unter sds@kft.de.

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Schweiz aktualisiert Stoffliste

Die Liste der in der Schweiz (an)gemeldeten neuen Stoffe ist im Juni um 385 Stoffe ergänzt worden. Die Anmeldestelle Chemikalien aktualisiert diese Liste jedes Jahr im Januar und Juni.

Neue Substanzen, die in der Schweiz in einem Mengenband größer eine Tonne hergestellt oder ins Land importiert werden, sind der verantwortlichen Stelle zu melden, bevor sie auf den Markt kommen. Das gilt auch für Substanzen, die bereits in der EU registriert sind.

Detaillierte Informationen bezüglich der Meldung erhalten Sie direkt bei der schweizerischen Anmeldestelle Chemikalien.

Die Chemikalienverordnung der Schweiz ist im Jahr 2015 überarbeitet worden. Sie heißt seitdem „Verordnung über den Schutz vor gefährlichen Stoffen und Zubereitungen vom 5. Juni 2015“ und hat die Registernummer SR 813.11.

Das Chemikalienrecht in der Schweiz entspricht weitestgehend dem heute geltenden EU-Chemikalienrecht. Die Unterscheide hat das Bundesamt für Umwelt (BAFU) in einem Faktenblatt zusammengestellt.

Haben Sie Fragen bezüglich der Rechtssicherheit Ihrer Produkte? Kontaktieren Sie uns gerne unter reach@kft.de

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ECHA: Titandioxid krebserregend beim Einatmen

Der Ausschuss für Risikobewertung (Risk Assessment Committee, RAC) schlägt für Titandioxid eine harmonisierte Einstufung in die Gefahrenklasse „Kategorie 2“ vor und hat diese Empfehlung an die EU-Kommission weitergegeben, die nun über regulatorische Maßnahmen entscheiden muss. Mit einem Ergebnis wird im September gerechnet. Damit ist eine Einstufung in die Gefahrenklasse „Karzinogenität der Kategorie 1B“ und eine Aufnahme der Substanz in die REACH-Kandidatenliste, wie ursprünglich von der französischen Agentur für Nahrungssicherheit, Umwelt und Arbeitsschutz (ANSES) gefordert, vom Tisch.

Gleichwohl will die Industrie die Entscheidung des RAC nicht hinnehmen. So sagt Robert Bird, der Vorsitzende des Verbands der Titandioxidhersteller (Titanium Dioxide Manufacturers Association, TDMA), dass kein Grund bestehe, die Substanz in diese Gefahrenklasse einzustufen; eine solche Maßnahme würde weder dem Schutz der Menschen noch dem der Umwelt dienen.

Ähnlich kritisch äußert sich der BDI in einem Positionspapier. Dort betont die Autorin Dr. Mirjam Merz, dass in keiner relevanten Studie bislang ein Zusammenhang zwischen Titandioxid-Exposition und Lungentumoren festgestellt wurde. Die Entscheidung des RAC basiere im Wesentlichen auf Studien an Ratten, welche Konzentrationen an Titandioxid-Stäuben exponiert waren, die bis zu 200-fach oberhalb des für die alveolengängige Staubfraktion geltenden Arbeitsplatzgrenzwertes lagen. Ohnehin dürften die Studien an Ratten nicht auf den Menschen übertragen werden, da die Relevanz für den Menschen nicht gegeben sei.

Die Farbenindustrie in Deutschland ist mit einem Anteil von 57 Prozent der Hauptabnehmer von Titandioxid. In einer Stellungnahme zeigte sich die Branche geschockt von der Einstufung. „Ohne ausreichende wissenschaftliche Grundlage wird hier einer der wichtigsten Rohstoffe unserer Industrie zu Unrecht stigmatisiert“, erklärt Dr. Martin Engelmann, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VdL).

Haben Sie mit Titandioxid zu tun und Fragen zur Verkehrsfähigkeit Ihres Produkts? Wir beraten Sie gerne. Sie erreichen uns unter cosmetic@kft.de.

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